
Wie kann ich das Evangelium auf eine ansprechende und herausfordernde Weise weitergeben und wie kann meine Gemeinde ein missionarisches Anliegen in der Stadt umsetzen? Das sind wahrscheinlich wichtige Fragen für die 45 Personen, die diesen Sommer (Freitag, 14. bis Donnerstag, 20. Juli 2006) an Reach The City (kurz RTC) in Wien teilgenommen haben. Gott hat uns wieder ganz neu bewegt und motiviert. Jeden Tag begannen wir mit Gebet, Lobpreis und verschiedenen Impulsen. Am Nachmittag waren die Teilnehmer in verschiedene Workshops aufgeteilt und danach gab es von 18 bis 20 Uhr Einsätze am Stephansplatz. Den Abschluss bildete eine Austausch- und Gebetszeit in einem Restaurant nahe der Fußgängerzone. Hier sind einige Blitzlichter einer bewegenden Woche.
Bis kurz vor Beginn der Einsatzwoche hatten wir eine Absage der Bezirksverwaltung bekommen, die uns nicht am Stephansplatz haben wollte. Nach einer Berufung wurde uns in der 2. Instanz ein sehr freundliches Schreiben der Stadtverwaltung geschickt. Hier ein Auszug aus dem Brief: Ihre Veranstaltung dient als Gesamtveranstaltung der Religionsausübung und fällt somit nicht in die Zuständigkeit des Wiener Veranstaltungsgesetzes 1971 (§ 1/2/2 VA-Ges.), auch ist hier die Behörde (MA 36) ebenfalls nicht zuständig und Ihre diesbezügliche Anmeldung hinfällig. Dieses Schreiben wird uns auch in Zukunft eine große Hilfe sein. Wir danken dem Wiener Bürgermeister Dr. Michael Häupl sehr herzlich für seinen Ehrenschutz in den letzten 2 Jahren.
Irmi war eine der ersten, die sich für die Woche anmeldete, hatte dann aber immer wieder Zweifel, ob Gott sie verwenden könnte. Ich mache beim Sketchboard Workshop mit, aber predigen muss ich nicht, oder? war ihre Frage einige Tage vor dem Einsatz. Doch nach guter Vorbereitung war sie bereit und hat eine Botschaft mitten am Stephansplatz gemacht. Seit dem ist sie voll motiviert und kommt regelmäßig zu den Straßeneinsätzen mit. Mitte August fuhr sie mir ihrer neu gekauften Maltafel zu einer Missionsfreizeit nach Polen und hat sich dort im Team engagiert.
Am letzten Abend von Reach The City nach dem unser offizielles Programm schon längst vorbei war setzten sich alle Teilnehmer aus einer der Wiener Gemeinden zusammen und beteten 1 Stunde lang dafür, dass Gott in ihrer Gemeinde einen neuen Aufbruch schenken würde. Verwende uns, damit unsere Geschwister von dir ermutigt werden und mehr von dir erwarten. war ihr Anliegen.
Bei den Straßeneinsätzen, die an 6 Abenden stattfanden, wurden wir 45 RTC Teilnehmer in der Regel zusätzlich von 20 Geschwistern aus Wiener Gemeinden unterstützt. Wir hatten viele Glaubensgespräche mit Menschen aus der ganzen Welt. Hier sind einige der Personen, die wir kennen gelernt haben.
Er hörte zum ersten Mal die Botschaft und kam jeden Abend wieder. Wir konnten lange mit ihm über das Evangelium sprechen und ihn zur Gemeinde einladen. An den folgenden Sonntagen kam er in den Gottesdienst und hat eine klare Entscheidung für Jesus getroffen. Er wird jetzt von Björn, einem Mitarbeiter aus der Grace Church betreut, der mit ihm einen Jüngerschaftskurs macht.
Sie stellte während einer Botschaft eine sehr herausfordernde Frage an den Prediger. Sie besucht regelmäßig die Messe in der Ruprechtskirche (die älteste katholische Kirche Wiens) und meint gläubig zu sein. Doch stellte sich im Gespräch heraus, dass sie wohl noch nicht zu einem rettenden Glauben gefunden hat.
Dagmar, eine RTC Teilnehmerin, hat zwei ihrer Schülerinnen auf der Straße getroffen. Beide waren sehr gespannt zu erfahren, was Dagmar, ihre Lehrerin, hier macht und haben aufmerksam ihr Zeugnis gehört. In der Klasse werden sich jetzt für Dagmar mehr Gelegenheit bieten, über ihren Glauben zu sprechen. 6+Christian (junger Bettler aus Oberösterreich)
Er ist in Wien in schlechte Gesellschaft geraten. Es ging eine große Traurigkeit von ihm aus und man konnte sehen, dass es ihm seelisch und auch körperlich sehr schlecht geht (Wunden an Händen und im Gesicht). Er kann noch nicht an das Evangelium glauben, obwohl er gerne einen Neuanfang hätte.
Er wollte nach der ersten Predigt gehen, war dann aber offen für Gespräch. Ihn interessierten vor allem die Unterschiede zwischen Islam und dem christlichem Glauben. Er war sehr dankbar über ein evangelistisches Buch, dass speziell für Moslems geschrieben (Murat findet Jesus, CLV) wurde.
Er war fasziniert von der Begeisterung für Jesus, die er in den Teammitgliedern sehen konnte. Er kam am nächsten Abend wieder und wollte per Email in Kontakt bleiben.
Wir haben ihn an einem Abend nach dem Einsatz kennen gelernt. Er hat Entscheidung für Jesus getroffen und befürchtet, dass es deswegen in seiner Familie zu Spannungen kommen wird.
Im Namen des gesamten Organisationsteams möchte ich allen herzlich für ihre Unterstützung danken: 1) der Gemeinde Grace Church in Wien, die seit Anfang an RTC finanziell unterstützt hat. Ihr seid genial! 2) allen Betern! 3) Korky Davey, der diese Aktion vor 10 Jahren gemeinsam mit Christen vor Ort ins Leben gerufen hat. Er hat uns auch dieses Jahr wieder neu ermutigt und herausgefordert. 4) Dave Knight, der seit 5 Jahren jeden Sommer aus Australien angereist ist, um uns als Lehrer und Evangelist zu unterstützen. 5) der Korenischen Kirche (1150 Wien) für die Bereitstellung ihrer Räumlichkeiten.
Wir sind sehr dankbar dafür, dass die Einsätze im Zentrum Wiens in den vergangenen Jahren für viele Geschwister und Gemeinden zu einem der Highlights geworden sind. In den letzten 10 Jahren haben über 900 Christen aus mehr als 10 Ländern an Schulungen und Einsätzen teilgenommen. RTC Einsätze gab es in Österreich, Slowakei, Polen, Ungarn, Rumänien, England und Deutschland. Mit Gottes Hilfe wollen wir erwarten, dass es auch in den nächsten Jahren viel Möglichkeiten für Evangelisation in Europa gibt. Beten wir dafür, dass viele Menschen in Europa Christus ihr Leben anvertrauen werden.